Das Netz schäumt über

Wer ab und zu in sozialen Medien unterwegs ist, stolpert immer öfter in Schlangengruben. Gerade zum Thema Klimawandel und Energiewende gibt es irritierende und manchmal saudumme Statements die den Impuls zu unüberlegten Antworten triggern.

Wenn ich mich dann etwas entspanne, denke ich: Diese Menschen sind wahrscheinlich einfach aufgeregt und wahrscheinlich auch tief verunsichert. Eine Kommunikation die effektiv dagegen hält, sollte die verunsicherten Menschen nicht auch noch beleidigen. Es gibt viele — deutlich sinnvollere — Formen, darauf einzugehen.

Ich sammle daher einige gute Templates, die ich in solchen Fällen einfach copy/paste druntersetze. Das kostet nicht viel Zeit und vielleicht bringt es den einen oder die andere zum Nachdenken…

Zum Thema „Unser Anteil am Klimawandel ist ja vernachlässigbar“

Ich finde das Argument: „Es ist irrelevant was Land x (stehts das eigene) tut“, immer wieder höchst verwunderlich. Schließlich können wir den Ausstoß von Klimagasen auch auf jeden einzelnen Menschen herunterbrechen und daraus schließen: Es ist egal was wir tun, wir haben ohnehin keinen Einfluss. Mit dieser Argumentation entziehen wir uns jegliche Selbstwirksamkeit oder wir suchen eine Ausrede, warum wir so weiter machen können, wie gewohnt…

Zum Thema „IPCC Szenario 8.5″ zurückgezogen — Klimawandel abgesagt“

Das IPCC Szenario 8.5 ist eigentlich erst in die Schlagzeilen geraten, weil es zurückgezogen wurde. Die Fossilloby hat es geschafft, eine wissenschaftlich integre Bewertung in eine totale Entwarnung umzudeuten. Inklusive heftigem Bashing der gesamten Klimawissenschaft, der „Grünen“, „Linken“ „Woken“ oder wie auch immer die Kampfbegriffe lauten. Ich kann gut verstehen, warum das verfängt. Der Klimawandel ist spürbar und er verängstigt – und Angst lähmt. Die Botschaft: „Entwarnung – Alles nicht so schlimm!“, kann daher entlasten und Energie geben.

Ich werde hier daher mit niemandem darüber streiten, ob es den Klimawandel gibt, ob er menschengemacht oder natürlich ist, ob es ihn schon immer gegeben hat oder ob er sich, von der Forschung gut vorhergesagt, parallel zur Zunahme von CO2 in der Atmosphäre drastisch beschleunigt.

Ich gehe davon aus, dass weder du noch ich Klimaexperten sind. Die Frage ist daher: wem vertrauen wir? Ich vertraue der Wissenschaft. Dass diese „ihre Meinung ändert“ beziehungsweise ihre Einschätzungen aufgrund von neuen Fakten revidiert, spricht für sie.

Übrigens, dass der IPCC auch die untersten Szenarien SSP1-1.9 und SSP1-2.6 neu bewertet, sollte uns zu denken geben. Je weiter der Klimawandel fortschreitet um so genauer lässt er sich vorhersagen. Der Korridor wird enger.

Zum Thema: „Die Energiewende ist gescheitert — Dunkelflaute“

Der Zug Richtung 100% erneuerbare Energie fährt. Der Versuch, ihn aufzuhalten, ist jedoch ein verständlicher Reflex

Ich finde die Angst vor der Energiewende verständlich. Warum sie trotzdem falsch ist erkläre ich in einem kurzen Artikel auf LinkedIn.


Warum dieser Blogbeitrag: Als Moderator und Supervisor interessiert mich Kommunikation im allgemeinen und das Thema ‚Zukunftsgestaltung‘ nimmt einen großen Raum in meinem Denken und Handeln ein.