Wenn du aus deinem Job herausgewachsen bist, jedoch immer noch drinsteckst
Überqualifiziert – Dieser Begriff begegnet uns manchmal als echte oder vorgeschobene Begründung in einer Absage einer Stellenbewerbung.
Das Phänomen könnte dich jedoch auch schleichend in deinem beruflichen Alltag begleiten und das ist nicht so harmlos, wie du vielleicht denkst: Überqualifizierung ist ein leiser Saboteur für Karriere, Selbstwert und Gesundheit.
Wir haben einen kleinen Test entwickelt, der dir helfen kann, dem Grad deiner Überqualifizierung bez. Unterforderung zu bestimmen. Er erfüllt keine wissenschaftlichen Kriterien, sondern soll dir einfach ein wenig auf die Sprünge helfen.
Selbsttest: Bin ich für meinen Job überqualifiziert?
Beantworte die folgenden 20 Aussagen. Wähle jeweils die Antwort, die auf dich zutrifft. Die Einträge beleiben in deinem Browser, wir sammeln keine Daten über dich.
Antwortskala: a) Trifft gar nicht zu – b) trifft etwas zu – c) trifft ziemlich zu – d) trifft total zu
Dieser Test wurde entwickelt von FairWork GmbH.
So schlittern wir in die Überqualifizierung
Es gibt viele Gründe, warum jemand in eine Unterforderung kommt:
- Arbeitsmarktdruck & Notwendigkeit
Studium, Umzug, Lücke im Lebenslauf oder Wirtschaftskrise: Du nimmst einen Job an, der nicht ideal passt, um überhaupt etwas zu haben – und bleibst darin hängen. - Fehler im Recruiting / Matching
Das Unternehmen kennt dein volles Potenzial nicht oder unterschätzt dich. Die Stelle wird „unterdimensioniert“ besetzt, weil niemand erfasst, was du alles mitbringst. - Zu langes Ausharren
Du beginnst in einer Position, wächst aber über dich hinaus – doch die Aufgaben entwickeln sich nicht mit. - Karrierefalle durch Komfort
Gute Bezahlung, angenehmes Umfeld, Sicherheit – und du bleibst darin hängen, obwohl du längst mehr könntest. - Fehlendes Selbstvertrauen
Du zeigst nicht, was du wirklich kannst. Du wartest, dass dir jemand Raum gibt, statt aktiv zu fordern oder dich neu zu orientieren.
Was passiert, wenn du das zu lange aushältst?
Karriere auf Sparflamme
Studien zeigen, dass wahrgenommene Überqualifizierung mit geringerer Arbeitszufriedenheit und Auswirkungen auf die Karriere einhergeht. Es geht dabei nicht nur um eine faire Bezahlung, sondern auch um eine Tätigkeit, die dich im richtigen Maß herausfordert. Nur so entsteht Flow. Wer zu lange in der Unterforderung bleibt, traut sich am Ende auch nichts «größeres» mehr zu.
Boreout ist schädlich für deine Gesundheit
Die Auswirkung von Langeweile, Unterforderung und dem Gefühl von Sinnlosigkeit solltest du nicht unterschätzen: Auf Dauer produzieren es psychische und körperlichen Belastungen. Das wird im Boreout-Syndrom beschrieben: Mehrere Studien zeigen starke Korrelationen zwischen Boreout, Depression, Angst und Stresssymptomen.
Dabei wirken Boreout und Burnout wie Spiegelbilder. Beim Burnout ist die Überforderung Ursache, beim Boreout die Unterforderung. Aber das Ergebnis kann ähnlich gravierend sein.
Auswege
1) Die Situation sichtbar machen – statt sie auszuhalten
Der erste Schritt ist Ehrlichkeit: Erkenne an, dass du unterfordert bist. Viele überqualifizierte Menschen verdrängen dieses Gefühl, weil es „undankbar“ oder „überheblich“ klingt. Doch innere Unzufriedenheit verschwindet nicht durch Schweigen.
- Sprich mit deiner Führungskraft über Aufgabenerweiterung, Projektverantwortung oder Rollenentwicklung.
- Formuliere klar, was du beitragen kannst und möchtest.
- Manchmal braucht das Umfeld einen Impuls von dir, um dich anders wahrzunehmen.
2) Innerhalb des Jobs wachsen bevor du gehst
Jobwechsel ist natürlich immer eine Option. Überqualifizierung muss jedoch nicht automatisch zum Jobwechsel führen. Prüfe vorher, ob du deine Rolle neu gestalten kannst:
- Übernimm Sonderprojekte, Prozessverbesserungen oder Innovationsaufgaben.
- Biete an, neue Mitarbeitende einzuarbeiten oder Teams zu coachen.
- Suche interdisziplinäre Kooperationen innerhalb des Unternehmens.
- So bleibst du aktiv, statt passiv zu warten, dass jemand dein Potenzial erkennt.
- Manchmal lässt sich ein „zu kleiner Job“ von innen heraus vergrößern.
3) Strategisch neu positionieren
Wenn dein Umfeld dein Entwicklungspotenzial nicht sieht, such dir eines, das es erkennt. In dieser Standortbestimmung, Zielfindung und Umsetzung ist eine Laufbahnberatung oft hilfreich.
- Ein erster Schritt kann auch die Auseinandersetzung mit dem WORKNAVIGATOR sein.
4) Lernhunger auf eigene Initiative stillen
Wenn dein Job dich nicht mehr fordert, dann füttere deinen Geist selbst.
- Wähle gezielt Themen, die dich wirklich reizen: Innovation, Transformation, Coaching, neue Technologien, Kommunikation.
- Ein CAS, eine Zertifizierung oder ein Projekt außerhalb deines Unternehmens kann dir neue Perspektiven eröffnen und gleichzeitig zeigen, wo es dich wirklich hinzieht. Nebenbei knüpfst du dabei neue Kontakte, die dir bei deinem nächsten Karriereschritt helfen können.
Diesen kleinen Selbsttest kannst du auch auf deiner Homepage einbauen. Das dazu notwendige PHP-Dokument (inklusive einer kleinen Installationsanleitung für WordPress) sende ich dir auf Anfrage gerne kostenlos zu.