KI ist auch in diesem Newsletter wieder einmal ein Thema. Du erfährst jedoch auch, wo du mich im Oktober in Zürich antriffst, ob du in deinem Job überqualifiziert bist, warum Achtsamkeit eine tolle Sache ist, jedoch auch ein zynisches Machtinstrument sein kann und, dass es in unserem Webshop jetzt auch Spiele zu kaufen gibt.

Ist bei diesem Inhalten etwas dabei, was dich interessiert? Diese Frage beschäftigt mich vor jedem Newsletterversand. Dann entspanne ich mich und denke: Wenn du dir die eine Minute Zeit nicht nimmst, um zumindest die Einleitung und das Inhaltsverzeichnis zu lesen, ist halt auch dieser Newsletter ein Teil des Mülls, der unsere Kommunikationskanäle mehr und mehr verstopft und das Internet flutet; mittlerweile überwiegend KI-generiert, inhaltsleer, lästig und leider auch zunehmend gefährlich.

Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: KI ist gekommen, um zu bleiben. Was das für die Arbeitswelt – und weit darüber hinaus – wirklich bedeutet, ist heute noch nicht abzusehen. Wie wir die neuen Instrumente sinnvoll nutzen und die Zukunft so mitgestalten, dass sie durch die Technologie humaner und gerechter wird, ist für mich eine der grossen Fragen unserer Zeit. Wir sollten die Antworten darauf auf jeden Fall nicht den grossen Techkonzernen überlassen.

Herzliche Grüsse
Thomas Diener

Inhalt

  • Überqualifiziert: Wenn du aus deinem Job herausgewachsen bist, jedoch immer noch drinsteckst
  • Der WORKNAVIGATOR für Coaches: Spannende Feedbacks aus den ersten Workshops
  • Mastermesse in Zürich: Dein Weg zum nächsten Abschluss
  • Das disruptive Potenzial von grossen Sprachmodellen: Was ist Hype und wo wird es wirklich interessant
  • Achtsamkeit: Ein Management-Buzzword oder ein Mittel zur Selbstermächtigung
  • Neu im Webshop: Mit einem unterhaltsamen Spiel die Konsent-Moderation trainieren

Überqualifiziert: Wenn du aus deinem Job herausgewachsen bist, jedoch immer noch drinsteckst

Überqualifiziert – Dieser Begriff begegnet uns manchmal als echte oder vorgeschobene Begründung in einer Absage einer Stellenbewerbung.

Das Phänomen könnte dich jedoch auch schleichend in deinem beruflichen Alltag begleiten, und das ist nicht so harmlos, wie du vielleicht denkst: Überqualifizierung ist ein leiser Saboteur für Karriere, Selbstwert und Gesundheit.

Wir haben einen kleinen Test entwickelt. Er kann dir helfen, dem Grad deiner Überqualifizierung bzw. Unterforderung zu bestimmen. Er erfüllt keine wissenschaftlichen Kriterien, sondern soll dir einfach ein wenig auf die Sprünge helfen.

Zum Test

Der WORKNAVIGATOR für Coaches: Spannende Feedbacks aus den ersten Workshops

Der Abendworkshop Einführung in den Worknavigator für Coaches und Berater*innen kann neu direkt im Webshop gebucht werden. Vielleicht gehörst du nicht direkt zur Zielgruppe, ich bin jedoch überzeugt, dass es in deinem Bekannten­kreis Menschen gibt, die davon profitieren könnten.

Im Shop gibt es auch die ersten zwei schönen Rezensionen zum Seminar:

„Der Workshop „Der Worknavigator“ mit Thomas Diener war ein Volltreffer. Thomas kombiniert praktische Tools mit seinen eigenen Erfahrungen auf der Suche nach einem erfüllenden Beruf – und das auf einem Niveau, das selbst erfahrene Coaches herausfordert. Wir haben nicht nur tiefgründig philosophiert über Sinn, Beruf und Lebensweg, sondern dabei auch herzlich gelacht. Für mich war es inspirierend, unterhaltsam und extrem praxisnah – eine perfekte Mischung aus Kopf- und Baucharbeit. Danke vielmals, Thomas!“– Sinja

„Thomas Diener ist als Coach für Lebensweg-Begleitung, Fair Work und letztlich die Frage nach dem passenden Weg der eigenen beruflichen Entwicklung schon seit 3 Jahrzehnten unterwegs. Das merkt man seinem ausgereiften Tool, dem Worknavigator, und seinem Workshop, für Coaches zur Nutzung des Tools, wirklich an. Es steckt darin persönlich, methodisch wie technisch viel Erfahrung, Begeisterung und damit auch Mehrwert für andere Karriere- und Laufbahnberatende, die damit arbeiten wollen. Danke dafür und gerne empfehle ich beides weiter.“ – Wolfgang Fänderl – Synergie- und Vernetzungsberatung

Der nächste Workshop findet am 11. Dezember statt. Mit dem Rabatt-Code HZQKTNR6 erhältst du 20% Ermässigung auf den Workshop. Du kannst den Rabatt auch an interessierte Coaches weiterleiten.
Jetzt buchen

Mastermesse in Zürich: Dein Weg zum nächsten Abschluss

Talendo ist seit 4 Jahren Messepartner von FairWork und WORKNAVIGATOR. Die Master-Messe am 30.10. in Zürich verbindet Bachelor-Studierende und Professionals mit relevanten Hochschulen und deren Master-Studiengängen.

An der Messe gibt es wieder die Möglichkeit für kostenlose Kurzberatungen durch die FairWork. Für Teilnehmer*innen gibt es an meinem Desk wieder Gutscheine, mit denen der WORKNAVIGATOR zum halben Preis gebucht werden kann.

Das disruptive Potential von grossen Sprachmodellen: Was ist Hype und wo wird es wirklich interessant

Es ist noch nicht einmal drei Jahre her, seit OpenAI am 30. November 2022 die Research-Preview von ChatGPT online gestellt hat. Der Auftritt war von sehr viel Theaterdonner begleitet: Die KI wird uns alle arbeitslos machen, die Weltherrschaft übernehmen und uns dann wahrscheinlich als nicht mehr gebrauchtes Zwischenglied zwischen lebloser Materie und echter Superintelligenz irgendwo im All entsorgen. Mein Blogbeitrag: Kann ChatGPT Laufbahnberatung? ging damals viral.

Mittlerweile sind wir ein wenig schlauer und fast alle haben schon eigene Erfahrungen mit Generative Pre-trained Transformern gemacht. Die grosse Kündigungswelle ist bisher ausgeblieben, aber die Technologie hat sich in unserem Alltag eingenistet und ist langsam und kontinuierlich daran, die Welt umzugestalten.

Eine aktuelle Studie hat Jobbörsen analysiert und bewertet, wie stark die ausgeschriebenen Stellen von generativer KI wie ChatGPT verändert werden können.

Das sind die Kernaussagen:

  1. Mehr als ein Viertel (26 %) der im vergangenen Jahr im amerikanischen Stellenmarkt ausgeschriebenen Stellen könnten durch KI „stark”, die Mehrheit (54 %) wahrscheinlich „mäßig” verändert werden. Wobei die Entwicklung davon abhängt, wie schnell Unternehmen KI einführen und wie gut sich die Arbeitnehmer anpassen und umschulen lassen.
  2. Fast die Hälfte (46 %) der in einer typischen US-Stellenanzeige geforderten Fähigkeiten stehen vor einer „hybriden Veränderung” durch KI. Die menschliche Aufsicht wird bei der Anwendung dieser Fähigkeiten weiterhin von entscheidender Bedeutung sein, aber KI kann bereits einen erheblichen Teil der Routinearbeiten übernehmen.
  3. Einige Berufe, darunter die Softwareentwicklung, sind stärker betroffen. Berufe, die mehr physische Präsenz und menschliche Interaktion erfordern, darunter die Krankenpflege, dürften weniger betroffen sein, da KI in erster Linie administrative Aufgaben verändert, aber nicht unbedingt die Kernbereiche dieser Berufe.
  4. Frühere Versionen dieser Analyse kamen zu dem Ergebnis, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit keine menschlichen Arbeitsfähigkeiten vollständig durch generative KI ersetzt werden würden. Heute wurden 19 Fähigkeiten (0,7 % aller analysierten Fähigkeiten) als „sehr wahrscheinlich” vollständig durch generative KI ersetzbar eingestuft. Das ist in absoluten Zahlen immer noch gering, aber ein deutliches Zeichen für die Entwicklung in der Technologie.

Zur Studie

Eine Grafik zur Studie und ein paar weitere Gedanken dazu (Die grösste Gefahr der KI-Revolution ist nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Bedeutungslosigkeit.) findest du auch in einem Beitrag von mir auf LinkedIn.

Wo generative KI unsere Welt schon stark verändert hat, ist im Internet zu beobachten. Die Systeme sind extrem effiziente Spam-Schleudern. Das daraus resultierende Phänomen hat auch schon einen Namen: Slop (auch KI-Slop, englisch AI slop; von englisch slop, Fraß, Mansch, Schlicker, Schlempe). Damit werden Medieninhalte – einschließlich Text und Bilder – von niedriger inhaltlicher Qualität bezeichnet, die mit Hilfe von generativer künstlicher Intelligenz erzeugt werden.

Auf Arte läuft gerade eine sehr gut gemachte und durchaus alarmierende Doku zu diesem Thema: KI: Der Tod des Internets
52 Min. | Verfügbar bis zum 29/12/2025 | TV-Ausstrahlung am Dienstag, 21. 10. um 23:10

Achtsamkeit: Ein Management-Buzzword oder ein Mittel zur Selbstermächtigung

Prof. Dr. Dr. Oliver Hoffmann schreibt in einem lesenswerten Post auf LinkedIn: „Die Popularisierung der Achtsamkeitspraxis dient längst nicht mehr dem Individuum – sie stabilisiert ein System, das selbst krank macht.“

Sobald ein Begriff im Management zum Buzzword wird, ist tatsächlich ein gesundes Misstrauen angebracht. Gefolgt von der Frage: Was ist die Funktion?

Innerhalb einer toxischen Organisation ist es die von Hoffmann beschriebene Stabilisierung.

Achtsamkeitspraxis hat jedoch in vielen Kulturen eine lange Tradition. Ihre Kultivierung wird als Befreiung beschrieben. Wie jedes Instrument kommt es darauf an, wie es genutzt wird. Im Kontext von Supervision erlebe ich Achtsamkeit oft so:

Wenn Menschen die Gelegenheit erhalten, einmal durchzuatmen und sich wieder zu spüren, ist das oft ein schmerzhaftes Gewahrwerden der Zumutungen, denen man sich ausgeliefert fühlt, gefolgt vom Bedürfnis nach einer besseren Selbstfürsorge.

Achtsamkeit unterdrückt in diesem Kontext keine „negativen“ Gefühle. Diese liefern im Gegenteil die nötige Energie, an den Verhältnissen etwas zu ändern; innerhalb der Organisation oder durch eine berufliche Veränderung.

Neu im Webshop: Mit einem unterhaltsamen Spiel die Konsent-Moderation trainieren

In Teams oder Organisationen, die gleichwertige Mitbestimmung fördern wollen, ist der Konsent ein gutes Instrument. Das Verfahren kommt aus der Soziokratie, kann jedoch auch in anderen Kontexten eingesetzt werden, wenn schnelle, tragfähige Entscheidungen gebraucht werden.

Heinz Feldmann hat mit vielen anderen Soziokratie-Expert*innen zusammen ein Spiel entwickelt, mit dem man diese spezielle Moderationsform praxisnah üben kann.

Zum Shop


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