Berufsreportagen

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Berufsreportagen 2020-04-04T18:16:48+01:00

Berufsorientierungs-Reportagen

Einleitung

Oft bewegen wir uns bei einer Neuorientierung aus einem bekannten Berufsfeld heraus ins Unbekannte. Einen guten Schritt weiter sind wir, wenn es uns gelingt, unser Interessenfeld als Thema einigermaßen einzugrenzen und so viele Informationen und Kontakte wie möglich in diesem Feld zu sammeln.

Dafür eignet sich das Format „Reportage“ sehr gut. Stellen Sie sich  vor, Sie sind JournalistIn und haben vor, einen Artikel über ein bestimmtes Berufsfeld zu schreiben. In der Journallistenrolle ist es leichter, Menschen anzusprechen, um mit ihnen ein Gespräch (einen Interview-Termin) auszumachen. Die Journallistenrolle hilft dir auch, die richtigen Fragen zu stellen und dir einen echten Überblick über ein bestimmtes Berufsfeld zu erarbeiten.

Anleitung

Formuliere die richtigen Fragen

Um mit einer Recherche zu beginnen, müssen Sie klare Fragen formulieren können. Am besten verdeutlichen wir das mit einem Beispiel: Ein Psychologe, kurz nach dem Studium und bisher ohne Berufserfahrung, hat durch die bisherigen Arbeiten an seinem Lifedesign herausgefunden, dass er fasziniert ist von Theater und Rollenspielen. Er weiß außerdem, dass ihn das Berufsfeld „Training“ anspricht und dass er gerne mit Gruppen  arbeiten möchte.

Seine Frage würde also lauten: Wo werden theatergestützte Methoden in der Erwachsenenbildung eingesetzt, welche Firmen und Organisationen bieten solche Trainings an und in welchen Feldern (Management-Training, Verkaufstraining, Persönlichkeitsentwicklung usw.) werden sie eingesetzt? Welche Qualifikationen haben die Menschen, die in diesem Feld arbeiten und wie sind sie zu diesen Tätigkeiten gekommen?

Mache Interviews

Sobald Sie die Fragen klar haben, können Sie Sich ans Recherchieren machen. Der erste Schritt darf ruhig eine Internetrecherche sein. Sinnvoll ist die Suche nach Fachzeitschriften, die den Bereich abdecken, der Sie interessiert. Ich bin immer wieder überrascht, für welche ausgefallenen Arbeitsfelder und Interessengebiete es eigene Fachzeitschriften oder zumindest Internetforen gibt. In einem zweiten Schritt sollten Sie jedoch unbedingt den Mut haben, persönliche Gespräche zu führen. Das braucht erst einmal Überwindung, lohnt sich aber auf jeden Fall. Die ersten Interviews können Sie telefonisch führen. Dabei geht es darum, das Feld einigermaßen in den Griff zu bekommen und herauszufinden, wo die Menschen zu finden sind, mit denen es sich lohnt, längere Gespräche zu führen. Rufen Sie einfach als erstes bei einer Person, einem Verband oder einer Organisation an, bei der Sie vermuten, dass Sie dort eventuell erste Antworten auf Ihre Fragen bekommen. Verbände und Vereine sind dafür dankbare Anlaufstellen, da Sie dort meist auf gut informierte und auskunftsfreudige SachbearbeiterInnen treffen. Nach einigen Telefonaten fühlen Sie sich schon ein wenig sicherer in diesem für Sie neuen Feld und können sich daranmachen, die eine oder andere Schlüsselfigur in der jeweiligen Szene zu kontaktieren. Nach meiner Erfahrung wird man meistens einen Termin von 30–60 Minuten bekommen für ein Interview zu bekommen, wenn man höflich und klar ist und echtes Interesse und Begeisterung für das Thema zeigt, das der interviewten Person am Herzen liegt.

Schreibe eine Reportage

Mit den Informationen aus den Recherchen und Interviews können Sie tatsächlich eine Reportage verfassen. Schicken Sie den Text auch an alle InterviewpartnerInnen mit der Bitte um Feedback und ev. Korrektur von Fehlern. Sie rufen sich damit nochmal in Erinnerung und können, falls das nicht schon in den Interviews passiert ist, erwähnen, dass Sie das von Ihnen recherchierte Berufsfeld auch ganz persönlich als Arbeitsfeld interessiert.

Auswertung

Die Erfahrungen und Kontakte, die Sie während Ihrer Reportage gemacht haben, können Sie für sich auswerten:

  • Was genau hat mir am von mir angeschauten Berufsbild gefallen?
  • Welche Tätigkeiten, Bereiche und Stellenprofile in diesem Feld würden meinen Neigungen und Fähigkeiten, meinen Werten und Vorlieben entsprechen?
  • Welche InterviewpartnerInnen waren mir besonders sympathisch und warum?
  • Welche Kontakte sollte / möchte ich weiter pflegen, um meine Chancen, ganz konkret zu einer Arbeitsstelle in diesem Bereich zu kommen zu erhöhen?

Tipp

Um die Rolle einer Journalistin/eines Journalisten überzeugter auszufüllen, können Sie Ihren Text auf laufbahnberatung.org präsentieren. Wenn Sie in professionellen sozialen Netzwerken unterwegs sind, macht es Sinn den Text auch auf Ihrem eigenen Profil veröffentlichen.

Hinweis

Oft berichten Menschen, die sich dazu überwinden, solche Reportagen zu machen, Erstaunliches. Nicht selten spricht sie schon während den Interviews der eine oder andere Interviewpartner auf Arbeits- oder Praktikumsmöglichkeiten in seinem Bereich an.

Buchtipp

Dieser Text ist aus dem Buch „Tu, was du wirklich, wirklich willst – Der Lifedesign-Workshop zur Berufsnavigation“ entnommen.

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